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Presseerklärung:
Erlangen,
17. November 2003
In
einem Tagesseminar in Erlangen beschäftigten sich 15 Mitglieder der
Interessengemeinschaft freier Bestattungs- und Feierredner mit Trauer-
und Sterbebegleitung.
Das
Seminar begann mit einem beeindruckenden Vortrag der Nürnberger Trauerbegleiterin
Gudrun Orlet, die erst kürzlich zur Interessengemeinschaft gestoßen
ist. Thema ihres Vortrags war die Situation der Hinterbliebenen nach einem
Todesfall. Frau Orlet schilderte die Bedeutung des Todes im Leben des Menschen
und den Verlauf des Sterbens, um sich dann dem Trauerprozeß der Hinterbliebenen
zuzuwenden. Gudrun Orlet ging am Ende ihres Vortrags auch auf die Frage
ein, wie die Kommunikation mit den Angehörigen gestaltet werden kann.
Für die anwesenden Bestattungsredner waren Orlets Ausführungen
eine wichtige Anregung, darüber nachzudenken, was für das Gespräch
beim Hausbesuch, den die Bestattungsredner in der Regel bei den Angehörigen
vor der Trauerfeier machen, von besonderer Bedeutung ist.
Den
zweiten Vortrag hielt Ernst Cran, Bestattungs- und Feierredner aus Nürnberg,
der sich mit der Trauerfeier als kreativer Möglichkeit zur Trauerarbeit
beschäftigte. Er ging der Frage nach, wie er Bestattungsredner erreichen
kann, daß ihm von den Angehörigen der Verstorbene so geschildert
wird, daß es dem Redner möglich ist, eine individuelle, auf
den Verstobenen zugeschnittene Trauerrede zu halten. Je mehr es dem Bestattungsredner
gelingt, die Angehörigen zu ermuntern, lebendig vom Verstorbenen zu
erzählen, um so klarer wird das Bild vom Verstorbenen und um so mehr
kann es gelingen, das Gedenken für den Verstorbenen lebendig werden
zu lassen.
Den
Abschluß des Seminars bildete der Vortrag des praktizierenden Arztes
Dr. Anton Wohlfart aus Ehekirchen über Sterbehilfe und Sterbebegleitung.
Dr. Wohlfart schilderte seine Erfahrungen mit sterbenden Patienten, aber
auch mit den schwierigen Fragen der Sterbehilfe, wie sie sich dem behandelnden
Arzt stellen. Er gewährte dabei den anwesenden Trauerrednern einen
Einblick in einen Bereich, der dem Bestattungsredner ansonsten verschlossen
ist, weil Bestattungsredner erst nach dem Tod eines Menschen mit dem Leben
dieses Menschen konfrontiert werden.
Die
Seminarteilnehmer bekamen durch die Vorträge und die Diskussionen
viele Anregungen für ihre tägliche Arbeit. Das Seminar diente
wie die vorangegangenen Seminare auch dem Erfahrungsaustausch und dem Kennenlernen
der anwesenden Bestattungs- und Feierredner, die diesmal außer aus
Bayern aus Sachsen und dem Saarland kamen.
Das Seminar war das dritte Seminar seit der Gründung der Interessengemeinschaft freier Bestattungs- und Feierredner vor eineinhalb Jahren in Nürnberg. Die Seminare dienen der Weiterbildung und Qualifikation ihrer Mitglieder und dem Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern.